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Öffentliche IPB-Vorträge

„GESELLSCHAFT“

Unter dieser Überschrift haben wir eine Reihe von Vorträgen zusammengestellt, die einen Einblick davon geben, was psychoanalytisches Denken zum Verständnis unserer Beziehungen zu der uns umgebenden Welt – der „Gesellschaft“ – beitragen kann.

Themen sind das Spannungsfeld „Ost-West“, von dort ausgehend Fragen nach der „Heimat“ und den Schwierigkeiten, uns in der gegenwärtigen, zugespitzten Situation zu orientieren, uns in ihr zu bewegen und handeln zu können. 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und auf anregende Diskussionen.

 

Unsere Vorträge finden in Präsenz am IPB statt. Die Zertifizierung ist jeweils beantragt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltungen sind kostenfrei, wir freuen uns jedoch über freiwillige Beiträge zur Deckung unserer Unkosten.

 

Vorträge jeweils 20.30 Uhr

 

Mittwoch, 16. September 2026

Maria Johne

Neid und Ressentiment
als Begleiterscheinungen von gesellschaftlichen Transformationsprozessen in unseren psychoanalytischen Behandlungen

Im Vortrag wird den Ursachen und dem Verdrängten, die das wiedervereinigte Deutschland für viele Menschen im Osten, aber auch im Westen mit sich brachte, nachgegangen. Über die Auswirkungen der Transformationszeit der 90er Jahre im Osten Deutschlands wird oft geschwiegen. Das hat bei vielen Menschen, die im Osten geboren wurden, ein Gefühl der Scham, Ostdeutsche zu sein, zurückgelassen. Um die unzähligen Wunden zu heilen, die das Ende der DDR mit dem Untergang des eigenen bisherigen Lebens mit sich gebracht hat, blieb individuell und gesellschaftlich kaum Zeit. Stattdessen haben sich Neid und Ressentiments im Lauf der letzten Jahre verstärkt, was zum Erstarken extremistischer Parteien geführt hat.  An Hand eines Fallbeispiels wird im Vortrag deutlich, wie sich diese gesellschaftlichen Entwicklungen auch in psychoanalytischen Behandlungen wiederfinden und nicht unabhängig von unserer historischen Entwicklung gesehen werden können. 

Maria Johne, Psychologische Psychotherapeutin, als Psychoanalytikerin, Kinder- und Jugendlichenanalytikerin und Gruppenanalytikerin niedergelassen in eigener Praxis in Leipzig. Lehr- und Kontrollanalytikerin der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV). Von 2017-2019 Vorsitzende der DPV. Seit 2021 Vorsitzende der Stiftung der DPV und seit 2024 stellv. Vorsitzende des Therese-Benedek-Institutes in Leipzig. Forschungsschwerpunkte: Psychoanalyse und Politik, sowie transgenerationale Traumatisierungen in Folge der NS-Diktatur und der kommunistischen Diktatur in der DDR

Stand Juli 2026